#MittwochsFoto 58

Alpspitze

Die Alpspitze in der Abendsonne. Sie thront über Garmisch-Partenkirchen, direkt neben Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze. Mit 2.628 Metern Höhe braucht sie sich aber auch nicht zu verstecken. Auf den Gipfel führt ein schöner Klettersteig, der nicht einmal schwer ist. Dafür ist die Aussicht von dort oben umso beeindruckender!

Foto: Frank Rindermann

#MittwochFoto 57

Bär

Die Bären sind im Februar meist schon aus ihrer Winterruhe erwacht, wohl auch im Refugium in Kuterevo in Kroatien. In diesem kleinen Dorf im Velebit haben sich ein paar Bärenfreunde gefunden und ein naturnahes Gehege eingerichtet. Dort leben Tiere, die in sehr jungem Alter von ihrer Mutter getrennt wurden und allein nicht überlebt hätten. Im Refugium kümmern sich Freiwillige um die Bären und geben ihnen ein neues Zuhause. Geleitet wird das Refugium von einem Verein aus Deutschland in Zusammenarbeit mit Unterstützern vor Ort. Übrigens finanzieren sich die Bärenfreunde Kuterevo ausschließlich über Spenden. Der unermüdliche Einsatz für die in Kroatien stark vom Aussterben bedrohten Tiere hat mich sehr beeindruckt!

Klettern in Rumänien: Rimetea

Rimetea

Rumänien hat eine atemberaubende Natur und wird zu weiten Teilen von den Karpaten beherrscht. Da muss man einfach klettern können! Grund genug für uns, hinzufahren und uns die Kletterei genauer anzusehen. Unsere erste Kletterstation führt uns nach Rimetea.

Kleiner Ort, großer Berg

Rimetea ist ein kleines Dorf mit nur knapp 1.000 Einwohnern. Es liegt zwar in Siebenbürgern, wo sich in grauer Vorzeit viele deutschsprachige Menschen niedergelassen haben. Geprägt ist der Ort aber von der ungarischen Minderheit, den Szeklern, die ebenfalls in Rumänien lebt. Denn Rumänien ist ein Vielvölkerstaat – einer der 5 Gründe, warum es sich lohnt, nach Rumänien zu fahren.

Historische Höfe in Rimetea
Historische Höfe in Rimetea © Outdoortraum

Torockó oder Eisenburg, wie Rimetea auf Ungarisch oder Deutsch auch genannt wird, ist bekannt, weil fast der gesamte Ort unter Denkmalschutz steht. Historische Höfe aus verschiedenen Jahrhunderten reihen sich aneinander. Beim Schlendern durch die buckligen Kopfsteinpflastergassen fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Die Bauern am Dorfrand sensen ihr Heu noch mit der Hand und fahren die Ernte mit dem Handkarren ein. Für mich ein malerisches Bild, für die Menschen Knochenarbeit.

Doch genau aus diesem Grund kommen einige Touristen – meist aus Ungarn – hierher, um das idyllische Dorf mitten im Naturschutzgebiet zu bewundern. Rimetea liegt wie hingegossen vor dem großen Berg im Hintergrund, der über seine Menschen zu wachen scheint. Stolz erhebt sich der Piatra Secuiului (Deutsch: Szeklerstein). Und genau da wollen wir rauf.

Blick auf Rimetea
Blick auf Rimetea vom Piatra Secuiului © Outdoortraum

Klettern? Wieso klettern?

Wir haben uns vor der Abreise nämlich informiert und in Erfahrung gebracht, dass in Rimetea alljährlich ein Kletterfestival stattfindet – die Rimetea Climbing Open. Tatsächlich sehen wir auch noch alte Plakate. Bei unserer Ankunft im Juli ist aber schon alles vorbei. Nicht schlimm. Wir spekulieren auf die vielen Routen im Fels, die bei solchen Festivals für die Gäste eingerichtet werden. Und bestimmt hat sich der Ort als Kletterspot etabliert. Da können wir dann mit Einheimischen loslegen!

Das stellt sich aber schnell als Illusion heraus. Im Ort weiß keiner etwas vom Klettern. In der Touristeninfo drücken sie uns auf Nachfrage eine Wanderkarte in die Hand. Das macht man hier am Berg: Wandern, nicht klettern.

Rimetea auf eigene Faust

Dank Internet und dem leider ziemlich schlechten Klettertopo wissen wir aber, dass man hier klettern kann. Also ziehen wir auf eigene Faust los. Wir kämpfen uns mit allem Gepäck den ziemlich steilen Berg hoch und steuern die Wände an, die in unseren Augen einfach beklettert werden müssen. Wir schlittern über Schuttfelder, rutschen Holperpisten entlang und bahnen uns unseren Weg durch hüfthohe Brennnesselfelder. Immer auf der Suche nach einem in der Sonne blitzenden Bohrhaken oder einem Routennamen am Fels.

durch die Brennnesseln
Durch die Brennnesseln, an Giftschlangen vorbei … © Outdoortraum

Schließlich werden wir fündig. Kein Routenname, aber eindeutig Bohrhaken. Der Topo weiß zwar von nichts, aber die Tour sieht machbar aus. Also steigen wir ein. Die Zuversicht ist wieder da. Hurra, wir sind in ein Seil eingebunden und klettern endlich in Rumänien!

Der kurz entflammte Enthusiasmus fällt aber binnen Minuten in sich zusammen. Der Fels ist noch überhaupt nicht abgeklettert. Die Reibung ist schlecht, weil noch überall Sand und Staub auf der Wand liegen. Schlimmer noch: Beim Klettern halten wir plötzlich den einen oder anderen Griff in der Hand, weil die brüchigen Felsstücke noch nicht entfernt wurden. Wir bleiben trotzdem dran, immerhin klettern wir ja weit unter unserem Limit. Was soll da schon passieren? So ermuntern wir uns, bis Frank im Vorstieg an eine dann doch nicht zu unterschätzende Krux gelangt. Bei eben beschriebener Felsqualität soll er in Grounder-Höhe einen ziemlich wackligen Zug gegen die offene Tür machen. Der Haken? Glänzt weit über ihm, drei Züge entfernt. Frank beißt die Zähne zusammen und macht den Zug. An einer abschüssigen Mikroleiste kann er weiterschnappen, hat etwas leidlich Gutes in der Hand und kann den Fuß höher setzen. Weitergegriffen – die Passage ist überstanden und er kann klippen.

Wir sind beide erleichtert, haben aber für den Tag genug geklettert. Wir packen ein und sagen uns, dass der Sektor ja ohnehin nicht im Topo steht. Weiter oben am Berg, da muss es besser sein.

Neuer Tag, neue Demut

Am nächsten Tag ziehen wir wieder los, die Gipfelregion im Visier. Inzwischen haben wir uns im Ort schlaugemacht. Übers Klettern wissen wir zwar nicht mehr, dafür kenne ich jetzt aber fünf giftige Schlangenarten, die hier zu Hause sind. Prima!

Anstieg auf den Piatra Secuiului
Anstieg auf den Piatra Secuiului © Outdoortraum

Mit diesem Wissen kämpfe ich mich ziemlich unentspannt durch das Gebüsch, denn Trampelpfade oder Wegweiser zu Kletterspots sind auch heute Fehlanzeige. Wir haben uns aber eine Bergflanke ausgeguckt, an der wir ein paar vielversprechende Sektoren vermuten.

Und richtig: Vor uns hatten Leute schon die Idee, hier zu klettern. Wir finden einige Linien in diversen Schwierigkeitsgraden. Für den Fels gilt leider das Gleiche wie gestern: wenig abgeklettert, deshalb noch staubig-rutschig und zum Teil brüchig. Hier oben kommt an manchen Stellen noch ein wenig Feuchtigkeit dazu, von der lassen wir uns aber nicht einschüchtern.

Felswand über Rimetea
Felswand über Rimetea © Outdoortraum

Beim Klettern merken wir, dass auch hier die Haken mitunter etwas merkwürdig gesetzt sind. Es wirkt, als seien die Routen nicht von unten beim Besteigen eingebohrt worden, sondern von oben. Die Haken sind oft nicht an der Krux eingebohrt, sondern immer genau einen Tick zu hoch. Außerdem müssen wir des Öfteren die Linie fast verlassen, um zu klippen. Wir erklären uns das mit den Festivalrouten, die ja oft in kurzer Zeit schnell eingebohrt werden müssen. Da bleiben solche Feinheiten vielleicht mal auf der Strecke.

Nach ein paar Routen fühlen wir uns abgekämpft und mental völlig ausgelutscht. Wir finden keinen der angegebenen Sektoren, die Sonne brennt, weil die Ausrichtung der Wand nicht Nord ist, wie der Topo behauptet, sondern Süd. Überall wachsen Brennnesseln und darin lauern Giftschlangen. Ein Routenname bringt unsere Verfassung auf den Punkt: Fraktura de Ego. Wir gehen nach Hause in unseren Camper.

Fraktura di ego © Frank Rindermann

Klettern Flop, Rimetea top!

Das Klettern in Rimetea hat für uns ein bisschen gefloppt. Wir haben das starke Gefühl, noch mehr Infos zu benötigen, da wir uns ohne vor Ort nicht zurechtfinden können. Der Topo von Gerald Krug, erschienen im Geoquest-Verlag, ist leider der einzige in Deutschland erhältliche Kletterführer und ziemlich schlecht recherchiert. Wir mussten das auch in anderen Klettergebieten im Land immer wieder feststellen. Für das nächste Mal nehmen wir uns vor, noch mehr Infos im Internet zu sammeln. Denn, obwohl die Kletterei nicht so geklappt hat, wie wir es uns erträumt haben, ist für uns klar: Es wird ein nächstes Mal geben! Den der Fels ist grundsätzlich toll, wenn er erst einmal abgeklettert ist. Und die Natur ist wunderschön. Und Rimetea ist ein Kleinod! Das wollen wir alles noch einmal unter besseren Vorzeichen sehen!

Für dieses Mal aber packen wir unsere sieben Klettersachen und ziehen weiter klettern durch Rumänien. Nächste Station: die Turda-Schlucht. Wie es uns dort ergangen ist, könnt ihr demnächst hier nachlesen.

#FreitagsFrage: Wie bekomme ich warme Füße?

Vogelfüße im Schnee

Es ist Februar, der Winter hat noch mal zurückgeschlagen und wir frieren. Umso dringender stellt sich die Frage: Wie bekomme ich warme Füße, wenn es draußen eisig ist? Mit irgendwelchen beheizbaren Socken und batteriebetriebenen Stiefelwärmern (ja, so etwas gibt es wirklich!) möchte ich euch verschonen. Stattdessen verrate ich euch meine fünf Lieblingstipps für warme Füße – ganz ohne Brimborium oder Batterie.

Warum wir überhaupt frieren

Wenn es draußen kalt ist, muss der Körper stärker durchblutet werden. Vereinfacht zusammengefasst, werden als lebenserhaltende Maßnahme die wichtigen Organe als Erstes mit Blut versorgt. Dann folgt der gesamte Rumpfbereich und erst dann die Extremitäten wie Beine und Arme, die ja weit vom Herzen entfernt sind. Deshalb frieren wir als Erstes an den Füßen, den Händen und der Nase. Daran können wir nichts ändern, aber wir können dem Körper helfen.

5 Tipps für warme Füße

1. Richtige Schuhe
2. Einlagen
3. Richtige Socken
4. Gute Durchblutung
5. Richtige Ernährung

warme Füße in Wanderschuhen
In den richtigen Schuhen bleiben die Füße schön warm. © Sebastian Staendecke, ideas-ahead.de/pixelio.de

Tipp 1: Richtige Schuhe

Mit den richtigen Schuhen ist nicht nur gemeint, dass ihr nicht mit Ballerinas durch den Schnee stapft. Das sollte klar sein. Vielmehr solltet ihr beim nächsten Kauf eurer Winterschuhe auf zwei Sachen achten: auf dicke Sohlen und auf die richtige Größe. Dicke Sohlen isolieren zusätzlich, werden aber gern dem modischen Trend geopfert. Warme Füße gehen aber nur mit dicker Sohle!

Mit der richtigen Größe meine ich, dass ihr Winterschuhe im Zweifelsfall eher etwas zu groß kauft. Die Zehen werden nicht gequetscht und sind deshalb besser durchblutet und wärmer. Außerdem isoliert die dünne Luftschicht um den Fuß zusätzlich und schließlich habt ihr noch Platz für ein paar dicke Socken.

Tipp 2: Einlagen

Wenn ihr es einmal mit molligen Lammfelleinlagen versucht habt, wollt ihr sie in keinem Winter mehr missen. Es gibt sie für kleines Geld in jedem Schuhgeschäft und sie isolieren schön. Alternativ gibt es auch Einlagen aus anderen Isolationsmaterialien, aber am flauschigsten finde ich die aus Lammwolle.

Wollsocken
Warme Füße dank der richtigen Socken. © Moni Sertel/pixelio.de

Tipp 3: Richtige Socken

Eure Sockenwahl ist für warme Füße besonders wichtig. Sind sie zu klein, sitzen sie zu eng und stören die Durchblutung des Fußes. Sind sie zu groß, werfen sie Falten, was wiederum zu gequetschten Füßen im Schuh führt. Passen müssen sie eben. Mehr zu Socken könnt ihr übrigens im Artikel über die richtige Wanderkleidung nachlesen.

Außerdem sollten sie lang genug sein, denn an warmen Beinen befinden sich meist warme Füße. Deshalb im Winter also eher zu Kniestrümpfen greifen als zu Sneakersocken.

Beim Material empfehle ich Wolle. Die gibt eventuell entstehende Feuchtigkeit nach außen ab und bleibt dabei selbst schön trocken. Außerdem isoliert sie viel besser als Baumwolle.

Auf die Frage, ob man mehrere Socken übereinander ziehen sollte oder lieber nicht, gehen die Meinungen weit auseinander. Manche empfehlen mehrere lagen wegen der zusätzlichen isolierenden Luftschichten. Andere warnen vor Quetschungen, die die Durchblutung hemmen. Ich persönlich fahre gut mit einem enger anliegenden dünnen Paar und einem etwas dickeren Paar darüber.

Massage sorgt für warme Füße
Massage sorgt für warme Füße. © Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Tipp 4: Gute Durchblutung

In den anderen Tipps kam sie schon zur Sprache – die Durchblutung. Sie ist wichtig für warme Füße. Im akuten Fall könnt ihr eure Füße durch Bewegung wieder wärmer kriegen: Geht zügig oder stampft mehrmals auf, wackelt im Schuh mit den Zehen oder wippt auf den Zehenspitzen. Eigentlich alles Dinge, die wir meistens intuitiv ohnehin schon tun. Genügt das nicht, kann es helfen, die Schuhe kurz auszuziehen und die Füße kräftig zu massieren.

Vorbereitend könnt ihr eure Füße mit einer Creme einschmieren. Bestimmte Kräuter regen nämlich die Durchblutung an. In der Apotheke bekommt ihr hier genauere Auskunft.

Ganz generell friert ihr insgesamt weniger, je besser durchblutet euer Körper ist. Und daran könnt ihr langfristig etwas tun, zum Beispiel mit viel Sport, regelmäßigen Saunabesuchen oder Kneippkuren und Wechselbädern. Das macht euch zwar nicht unempfindlich gegen Kälte, hilft auf lange Sicht aber schon.

Tipp 5: Richtige Ernährung

Zu guter Letzt hilft auch die richtige Ernährung, denn auch hier können bestimmte Nahrungsmittel die Durchblutung fördern, während andere sie hemmen. Scharfe Gewürze und Ingwer stehen als natürliche Einheizer ganz oben auf der Liste. Die negativen Spitzenreiter sind dagegen Kaffee und Zigaretten, die beide die Durchblutung eher hemmen.

Warme, nicht alkoholische Getränke helfen ebenfalls, da sie für eine Weile die Körpertemperatur etwas anheben können. Schnaps hat übrigens den gegenteiligen Effekt, auch wenn es sich anders anfühlen mag!

Was sorgt ihr denn bei euch für warme Füße?


Vielen Dank an Heike V. für diese FreitagsFrage! Habt ihr auch eine Frage zu irgendeinem Outdoor-Thema? Dann immer her damit! Hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt eine Mail an info@outdoortraum.de!

Das Beitragsbild stammt von © M. Großmann/pixelio.de