Schutz des Schneeleoparden: Erster Erfolg im Tien-Shan-Gebirge

Schneeleopard

Der Schneeleopard ist vom Aussterben bedroht. Man schätzt die Population auf 4.000 bis 6.000 Tiere in einem riesigen Verbreitungsgebiet von etwa 2 Mio. qkm. Mit zum Verbreitungsgebiet gehört das Tien-Shan-Gebirge in Kirgistan, auch Himmlische Berge genannt. Noch Mitte der 1980er-Jahre lebte der Großteil der weltweiten Schneeleopardenpopulation in Kirgistan. Damals zählte man 1.200 bis 1.400 Tiere. Heute sind es nur noch 200 bis 300 Exemplare. Dieser besorgniserregende Rückgang ist vor allem Wilderern geschuldet, die sich von Gesetzen nicht stoppen lassen. Es müssen also andere Wege des Artenschutzes gefunden werden, um das seltene Tier vor dem Aussterben zu bewahren.

Der Schneeleopard bevorzugt zerklüftete Bergregionen in bis zu 6.000 Metern Höhe. Diese findet er vor in Zentralasien unter anderem im Pamir, Himalaja, Hindukusch und vor allem im Tien-Shan-Gebirge in Kirgistan. Da sich der Lebensraum hier hervorragend eignet, ist der Schutz des Schneeleoparden in Kirgistan deshalb besonders wichtig.

Aus diesem Grund hat der NABU vor einigen Wochen mehrere Fotofallen in diesem Hochgebirge installiert. Eine Expeditionsgruppe aus deutschen und kirgisischen NABU-Experten sowie einheimischen Naturschützern machte sich auf den Weg ins Tien-Shan-Massiv und installierte die Geräte im bis zu 7.439 Meter hohen, im Norden des Landes gelegenen Hochgebirge.

Die Fallen ermöglichen eine unauffällige und schonende Beobachtung der Tiere. Mit den so erhobenen Daten kann nicht nur der Bestand genauer geschätzt werden, man erfährt auch einiges über die Verbreitungsregion, Laufwege und Lebensweise. Die so gewonnenen Informationen helfen dabei, das Überleben des Schneeleoparden zu sichern.

Der Erfolg gibt der Aktion recht: Der erste Schneeleopard konnte fotografiert werden. Ein beachtliches Ergebnis, verteilen sich doch nur wenige Hundert Tiere über Tausende qkm. Die Bilder der Expedition zeugen von der wilden Schönheit des Landstrichs. Sie und die darin lebenden Tiere gilt es zu schützen.

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Mehr Informationen zu diesem Schutzprogramm sowie Möglichkeiten zur Mithilfe gibt es hier: https://www.nabu.de/helfen/schneeleopard.

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