#FreitagsFrage: Wie bekomme ich warme Füße?

Vogelfüße im Schnee

Es ist Februar, der Winter hat noch mal zurückgeschlagen und wir frieren. Umso dringender stellt sich die Frage: Wie bekomme ich warme Füße, wenn es draußen eisig ist? Mit irgendwelchen beheizbaren Socken und batteriebetriebenen Stiefelwärmern (ja, so etwas gibt es wirklich!) möchte ich euch verschonen. Stattdessen verrate ich euch meine fünf Lieblingstipps für warme Füße – ganz ohne Brimborium oder Batterie.

Warum wir überhaupt frieren

Wenn es draußen kalt ist, muss der Körper stärker durchblutet werden. Vereinfacht zusammengefasst, werden als lebenserhaltende Maßnahme die wichtigen Organe als Erstes mit Blut versorgt. Dann folgt der gesamte Rumpfbereich und erst dann die Extremitäten wie Beine und Arme, die ja weit vom Herzen entfernt sind. Deshalb frieren wir als Erstes an den Füßen, den Händen und der Nase. Daran können wir nichts ändern, aber wir können dem Körper helfen.

5 Tipps für warme Füße

1. Richtige Schuhe
2. Einlagen
3. Richtige Socken
4. Gute Durchblutung
5. Richtige Ernährung

warme Füße in Wanderschuhen
In den richtigen Schuhen bleiben die Füße schön warm. © Sebastian Staendecke, ideas-ahead.de/pixelio.de

Tipp 1: Richtige Schuhe

Mit den richtigen Schuhen ist nicht nur gemeint, dass ihr nicht mit Ballerinas durch den Schnee stapft. Das sollte klar sein. Vielmehr solltet ihr beim nächsten Kauf eurer Winterschuhe auf zwei Sachen achten: auf dicke Sohlen und auf die richtige Größe. Dicke Sohlen isolieren zusätzlich, werden aber gern dem modischen Trend geopfert. Warme Füße gehen aber nur mit dicker Sohle!

Mit der richtigen Größe meine ich, dass ihr Winterschuhe im Zweifelsfall eher etwas zu groß kauft. Die Zehen werden nicht gequetscht und sind deshalb besser durchblutet und wärmer. Außerdem isoliert die dünne Luftschicht um den Fuß zusätzlich und schließlich habt ihr noch Platz für ein paar dicke Socken.

Tipp 2: Einlagen

Wenn ihr es einmal mit molligen Lammfelleinlagen versucht habt, wollt ihr sie in keinem Winter mehr missen. Es gibt sie für kleines Geld in jedem Schuhgeschäft und sie isolieren schön. Alternativ gibt es auch Einlagen aus anderen Isolationsmaterialien, aber am flauschigsten finde ich die aus Lammwolle.

Wollsocken
Warme Füße dank der richtigen Socken. © Moni Sertel/pixelio.de

Tipp 3: Richtige Socken

Eure Sockenwahl ist für warme Füße besonders wichtig. Sind sie zu klein, sitzen sie zu eng und stören die Durchblutung des Fußes. Sind sie zu groß, werfen sie Falten, was wiederum zu gequetschten Füßen im Schuh führt. Passen müssen sie eben. Mehr zu Socken könnt ihr übrigens im Artikel über die richtige Wanderkleidung nachlesen.

Außerdem sollten sie lang genug sein, denn an warmen Beinen befinden sich meist warme Füße. Deshalb im Winter also eher zu Kniestrümpfen greifen als zu Sneakersocken.

Beim Material empfehle ich Wolle. Die gibt eventuell entstehende Feuchtigkeit nach außen ab und bleibt dabei selbst schön trocken. Außerdem isoliert sie viel besser als Baumwolle.

Auf die Frage, ob man mehrere Socken übereinander ziehen sollte oder lieber nicht, gehen die Meinungen weit auseinander. Manche empfehlen mehrere lagen wegen der zusätzlichen isolierenden Luftschichten. Andere warnen vor Quetschungen, die die Durchblutung hemmen. Ich persönlich fahre gut mit einem enger anliegenden dünnen Paar und einem etwas dickeren Paar darüber.

Massage sorgt für warme Füße
Massage sorgt für warme Füße. © Stephanie Hofschlaeger/pixelio.de

Tipp 4: Gute Durchblutung

In den anderen Tipps kam sie schon zur Sprache – die Durchblutung. Sie ist wichtig für warme Füße. Im akuten Fall könnt ihr eure Füße durch Bewegung wieder wärmer kriegen: Geht zügig oder stampft mehrmals auf, wackelt im Schuh mit den Zehen oder wippt auf den Zehenspitzen. Eigentlich alles Dinge, die wir meistens intuitiv ohnehin schon tun. Genügt das nicht, kann es helfen, die Schuhe kurz auszuziehen und die Füße kräftig zu massieren.

Vorbereitend könnt ihr eure Füße mit einer Creme einschmieren. Bestimmte Kräuter regen nämlich die Durchblutung an. In der Apotheke bekommt ihr hier genauere Auskunft.

Ganz generell friert ihr insgesamt weniger, je besser durchblutet euer Körper ist. Und daran könnt ihr langfristig etwas tun, zum Beispiel mit viel Sport, regelmäßigen Saunabesuchen oder Kneippkuren und Wechselbädern. Das macht euch zwar nicht unempfindlich gegen Kälte, hilft auf lange Sicht aber schon.

Tipp 5: Richtige Ernährung

Zu guter Letzt hilft auch die richtige Ernährung, denn auch hier können bestimmte Nahrungsmittel die Durchblutung fördern, während andere sie hemmen. Scharfe Gewürze und Ingwer stehen als natürliche Einheizer ganz oben auf der Liste. Die negativen Spitzenreiter sind dagegen Kaffee und Zigaretten, die beide die Durchblutung eher hemmen.

Warme, nicht alkoholische Getränke helfen ebenfalls, da sie für eine Weile die Körpertemperatur etwas anheben können. Schnaps hat übrigens den gegenteiligen Effekt, auch wenn es sich anders anfühlen mag!

Was sorgt ihr denn bei euch für warme Füße?


Vielen Dank an Heike V. für diese FreitagsFrage! Habt ihr auch eine Frage zu irgendeinem Outdoor-Thema? Dann immer her damit! Hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt eine Mail an info@outdoortraum.de!

Das Beitragsbild stammt von © M. Großmann/pixelio.de
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Im Test: Kletterschuh Drago von Scarpa

Grip

Bastian Schweinsteiger hat seine gesamte Profikarriere die Schienbeinschoner aus seiner Juniorenzeit getragen. Mario Gomez trug immerhin die letzten 16 Jahre dieselben. Thomas Müller konnte dem Zeugwart sogar die Beinschützer von Poldi abschwatzen. Gerd Müller, der Bomber der Nation, vertraute mit Schuhgröße 38 auf sein Lieblingspaar der Größe 41. Und nicht zuletzt kennen wir diverse Trainer, die nach siegreichem Durchgang wochen- und monatelang auf Pulli, Krawatte oder andere Kleidungsstücke vertrauen, net wahr, Jogi? Alles um ein wenig Fortune heraufzubeschwören!

Es kann nur einen geben. Oder?

Warum ich das alles erzähle? Ich fühle mich einfach besser mit meiner eigenen Marotte. Habe ich nämlich einmal ein Erfolg versprechendes Paar Kletterschuhe gefunden, muss ich dieses in fast manischer Art wieder und wieder kaufen – im festen Glauben, mein Klettererfolg, nein, mein Kletterleben hinge von diesem einem Modell ab. Als vor Jahren der Hersteller meines Leib-und-Magen-Modells dessen endgültiges Herstellungsende verkündete, sah ich damit auch mein Klettersportende gekommen. Das Geld für neue Kletterschuhe investierte ich folgerichtig in Boulekugeln und eine Flasche Wein und bereitete mich auf eine Karriere in der zweitschönsten französischen Nationalsportart vor. Doch dank eines Insidertipps („Pst, es gibt einen Schuh, der auf den gleichen Leisten hergestellt wird.“) fand ich eine vertretbare Alternative, die nun schon wieder viele Jahre meinen Fuß in der Vertikalen ziert.

Der Drago klettert nicht nur gut, er sieht auch noch toll aus dabei.

„Befreie dich von allen Zwängen!“, dachte ich wohl bei mir, als ich kürzlich meinen ganz nett bezahlten und sicheren Job kündigte, um nächsten Monat mit meiner Liebsten in den Bus zu steigen und auf unbestimmte Zeit Europas Vertikalwelt zu bereisen. „Befreie dich von all deinen Zwängen!“, dachte ich wohl auch, als ich letztes Wochenende im Shop eines Kölner Boulder-Ertüchtigungszentrums meinen Fuß in den Drago von Scarpa gleiten ließ.

Der Drago – zitronengelb und bananenkrumm

Meine bisherigen Kletterschuhe waren Pink, Braun, Ziegelsteinrot und Blau. Man kann also davon ausgehen, dass ich nicht allzu eitel in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild von Kletterschuhen bin. Trotzdem konnte ich mir, als ich den neuen „Drachen“ vom renommierten italienischen Schuhmacher entdeckte, ein leises „Geil!“ nicht verkneifen. Feuerrot und Zitronengelb und ein Krümmungsgrad weit über dem zulässigen für EU-Bananen (siehe Verordnung EG Nr. 2257/94) lassen auf den ersten Blick erahnen, dass der Drago ein echter Ferrari unter den Kletterschuhen ist.

Zitronengelber High-Performance-Schuh in der „Zitrone“.

Einmal reingeschlüpft saugt der Schuh meine Zehen, insbesondere den dicken Onkel, geradezu in die richtige Position. Sofort fällt auf, dass hier das zusammenkommt, was ich bei einem Kletterschuh suche. Gute Passform, eine starke Asymmetrie für steile, präzise Fußarbeit und eine butterweiche Sohle für das perfekte Gefühl auf noch so kleinen Tritten.

Faktencheck

Bei so viel Liebe auf den ersten Blick habe ich natürlich einmal ein paar Facts zu dieser High-End-Waffe gesammelt:

• Die Arbeitsseite des Drago besteht aus einer Sohle aus 3,5 Millimeter dickem „Vibram XS Grip 2“-Gummi.
• Ergänzt wird die Sohle durch eine flächige Gummierung auf der Oberseite, das Toepatch, für perfekte Hook-Performance.
• Ein weiches, elastisches Obermaterial aus Mikrofaser legt sich sockengleich an den Fuß.
• Die PCB-Tension-Konstruktion sorgt für Spannung vom Zeh bis zur Ferse. Das soll für mehr Präzision beim Antreten und ein niedrigeres Gewicht sorgen.
• Bei Größe 40 bringt der Schuh laut Hersteller 200 Gramm auf die Waage. Na, besser der Schuh nimmt ab, als dass ich abnehmen muss.
• Die Verklebungen der Einzelteile, die Nähte und die Passform sind auf höchstem Niveau. Schließlich wird bei Scarpa alles einzeln per Hand und in Italien zusammengebaut!

Aber kann dieser Schuh denn auch das, was ich von ihm erwarte? Kann er besser klettern als ich?

Mit dem Toepatch kann man sehr gut hooken.

Drago im Felsentest

Der erste Test fällt etwas ungewöhnlich aus. Nicht ein Tag im Projekt soll mir das neue Schuhwerk näher bringen, sondern ein Kletterkurs für Einsteiger, den ich als Ausbilder begleitete. Kein Gerolsteiner Dolomit, kein südfranzösischer Kalk, kein Traumsandstein aus Fontainebleau oder gar ein wenig Grit, nein Kiesel in der Nordeifel sind die erste große Herausforderung des frisch formierten Duetts Frank/Drago.

Reibungstest

Auch heißen unsere ersten Klettermeter nicht „Freundschaft“ oder „Parabolika“. Erst recht nicht „Carnage“ oder „Gaia“. Es ist das „Rechte Terrassenwändchen“ und der „Bananenweg“ mit denen wir es aufnehmen. Und das erfolgreich.

Als ich in den Schuh reinschlüpfe, sitzt dieser so bequem, fast schon gemütlich, dass ich kurz denke: „Der ist zu groß!“ Doch ganz im Gegenteil fühlen sich die ersten Klettermeter an, als hätte den Schuh schon jemand für mich eingeklettert. Perfekt sitzt mein großer Zeh in der Spitze. Die weiche Sohle erlaubt mir präzises Antreten auf den kleinsten Kieselchen. Auch auf der glatten Oberfläche dieser erbsen- bis kartoffelgroßen Steinchen habe ich vollstes Vertrauen in die Friktion der XS-Grip-2-Bereifung. Auf dem grobkörnigen Sandstein erst recht. Egal wie wenig Tritt da ist: Fuß drauf, Druck geben – hält.

Die PCB-Tension-Konstruktion sorgt für Spannung.

Präzisionstest

Und hält der Schuh denn auch, was er oder vielmehr Scarpa verspricht? Präzision und Perfektion in steilem Gelände?

In einer Pause pilgere ich rüber zum „Parabolika“-Block, einem überhängendem Boulderspot mitten im Gebiet. Dort teste ich das Antreten auf kleinsten Tritten, Heelhooks, Toehooks – das ganze Programm. Auch hier gibt es nichts zu Klagen. Der Schuh macht, was er soll. Er hält.
Der letzte Test ist der Gebietsklassiker: die „Zitrone“. Mit den zitronengelben Schlappen fliege ich nur so die leicht überhängende Wand mit ihren kleinen Leisten und noch kleineren Tritten empor.

Heelhook
Auch die Heelhooks sitzen.

Fazit

Was soll ich sagen: Der Drago klettert locker den 12. Grad. Nur nicht, wenn meine Füße drin stecken. Aber ich fühle mich in diesem Schuh pudelwohl. Mein liebstes Klettergelände ist steil bis megasteil. Und genau dort habe ich ein super Gefühl. Ich habe optimale Spannung im Fuß und dabei ein sehr gutes Empfinden für den Tritt. Anstatt meine Füße nur zu parken, kann ich mit dem Tritt arbeiten. Ziehen, drücken, hooken: Alles kein Problem für den Drago. Und trotz der weichen Sohle stehe ich auch auf kleinsten Käntchen stabil und sicher.

Mein Fazit lautet deshalb: Der Drago von Scarpa ist der neue Star an meinem Fuß. Zur Sicherheit besorge ich mir einen Vorrat, damit ich dem schönsten französischen Nationalsport noch viele Jahre treu bleiben kann.

Alle Bilder im Artikel: Karsten Althaus

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#FreitagsFrage: Wie unterwegs das Zelt reparieren?

Das Zelt ist das Zuhause auf Reisen, der Unterschlupf, der Regenschutz, die Zuflucht vor den Unbillen der Natur. Die dünne Zeltplane gibt ein Gefühl der Sicherheit. Das ist vielleicht irrational. Wer sich mit seinem Zelt aber mal in einer Herde von nachtaktiven Nilpferden wiedergefunden hat, der weiß, wovon ich spreche. Zu dumm also, wenn diese handliche Heimat unterwegs kaputt geht! Was tun? Wie kann man unterwegs das Zelt reparieren?

Feuchtigkeit im Zelt

Besonders häufiges Problem: Feuchtigkeit im Zelt. Das ist nicht schön, da Dinge nass werden können. Besonders nasse Schlafsäcke sind unangenehm, auch wenn die modernen Modelle auch in diesem Zustand isolieren.

© Michael Heimann_pixelio.de

Kondenswasser
Bevor jedoch Panik um sich greift, solltet ihr erst einmal prüfen, ob die Feuchtigkeit wirklich von außen kommt. In sehr vielen Fällen handelt es sich nämlich um Kondenswasser. Das entsteht in warmem Klima durch die Atmung. Deshalb versucht in der nächsten Nacht, für mehr Belüftung zu sorgen. Im Idealfall habt ihr mindestens zwei Belüftungspunkte geöffnet.

Außerdem solltet ihr das Zelt tagsüber bei warmen Temperaturen geschlossen halten, feuchte Dinge nicht mit ins Zelt nehmen und nicht im Zelt kochen. All das sind nämlich Faktoren, die die Bildung von Kondenswasser im Zelt verstärken.

Genau: Nasse Sachen bleiben draußen. © resa_pixelio.de

Löcher
Sollte es sich aber nicht um Kondenswasser handeln, könntet ihr ein Loch im Zelt haben. Sehr oft befindet sich das im Zeltboden. Vielleicht hat sich ein scharfer Stein durch die Plane gebohrt oder eine Glasscherbe hat einen Riss geschnitten. Aber natürlich kann auch ein spitzer Ast ein Loch in die Zeltwand gestochen haben. Ihr müsst jedenfalls suchen. Habt ihr die Stelle gefunden, könnt ihr sie notdürftig mit Tape von beiden Seiten überkleben. Das ist natürlich keine dauerhafte Lösung, aber fürs Erste könnt ihr so euer Zelt reparieren.

Loch im Zelt? Da hilft nur suchen. © nimkenja_pixelio.de

Undichte Nähte
Eine häufige Schwachstelle bei Zelten sind die Nähte. Oft sind sie beim Kauf noch nicht vollständig isoliert. Dann wird eine Art Klebstoff mitgeliefert, den man beim ersten Aufbau auf die Nähte auftragen soll. Hat man das vergessen, sind die Nähte undicht und lassen Feuchtigkeit durch. Aber auch isolierte Nähte werden mit der Zeit altersschwach. Beim Fachhändler kann man die Nähte neu imprägnieren lassen oder sich selbst das Material besorgen.

Bei undichten Nähten innen oder außen muss man das Zelt reparieren. Am besten mit entsprechendem Material vom Händler. © magicpen/pixelio.de

Mein Tipp: Ihr solltet das Imprägniermaterial auf Reisen immer dabei haben. Dann könnt ihr schnell handeln und damit bei Bedarf euer Zelt reparieren. Man könnte natürlich auch irgendetwas anderes auf die Nähte schmieren und sie damit versiegeln. So habe ich schon Camper beobachtet, die in ihrer Verzweiflung Nagellack auf die Nähte gestrichen haben. Das mag eine Weile gut gehen. Das Problem ist, dass euer Zelt danach wahrscheinlich ganz kaputt ist. Denn die Zeltwand ist nach der Behandlung mit Nagellack oder anderen Klebstoffen angegriffen. Es ist nicht garantiert, dass ihr später noch erfolgreich das richtige Imprägniermittel auftragen und euer Zelt reparieren könnt.

Altersschwache Zeltplane

Bei älteren Zelten lässt die Imprägnierung insgesamt nach. Manchmal kann der Fachhändler noch helfen und nachbessern. Manchmal hilft aber einfach nichts mehr und ein neues Zelt muss her. Doof nur, wenn ihr das erst im Urlaub merkt und euch dort kein neues Zelt kaufen könnt. Da ist Improvisationstalent gefragt. Klar ist: Komfortabel wird das nicht, aber immerhin müsst ihr den Urlaub nicht abbrechen. Ihr könnt euch für kleines Geld im Baumarkt Planen für Baustellen kaufen. Die haben eingewebte Metallösen. Die Planen könnt ihr unter das Zelt legen, um so die Bodenfeuchtigkeit etwas abzuwehren. Und ihr spannt eine dieser Planen über das Zelt, um Regen oder Morgendunst abzuhalten. Dank der Metallösen, könnt ihr die ganz gut an Bäumen etc. festmachen. Solltet ihr an so etwas nicht herankommen, müsst ihr mit Plastiktüten und viel Klebeband noch mehr improvisieren. Das sieht nicht toll aus und ist auch nicht toll. Aber wie gesagt: Ihr müsst nicht ins Hotel und auch nicht zurück nach Hause.

Gebrochene Zeltstangen

Nach einer stürmischen Nacht kann selbst ein noch so elastisches Gestänge mal nachgeben. Zu blöd, wenn die Zeltstange bricht. Wer richtig gut vorbereitet ist, hat eine Reparaturhülse dabei. Oft wird die sogar mit dem Zelt mitgeliefert. Die könnt ihr über die Bruchstelle schieben. Zurück zu Hause könnt ihr die gebrochene Stange bei Bedarf dann ganz ersetzen und so das Zelt reparieren.

Da hilft wohl kein Kleben mehr – die Stangen sind kaputt. © Joerg Trampert/pixelio.de

Habt ihr so eine Hülse nicht zur Hand, könnt ihr wieder zum Tape greifen. Das ist natürlich nicht so stabil, ist aber besser als nichts. Je nach Modell könnt ihr die Stange zusätzlich mit Stöcken schienen – ganz so wie bei einem Knochenbruch. Das gibt etwas mehr Stabilität als das Tape allein. Ihr könnt das Gestänge übrigens auch noch durch ein sauberes Abspannen der Zeltplane entlasten.

MacGyver schläft im Zelt

Ein kaputtes Zelt im Urlaub ist doof, aber wie ihr seht, muss es nicht das Ende der Reise bedeuten. Wenn ihr im Geiste Schwestern und Brüder von MacGyver seid, wird euch wie ihm eine Lösung einfallen. Ihr werdet euer Zelt reparieren. Als Camper seid ihr ohnehin an Entbehrungen gewöhnt und könnt nach so einer Aktion tolle Geschichten erzählen. Der Ritterschlag anderer Camper und die Bewunderung von Nicht-Zeltern sind euch dann gewiss. Und das entschädigt doch für so manches, oder nicht? Übrigens: Andere interessante Tipps findet ihr auch im Buch „Camping nicht nur für Anfänger“.

Beitragsbild zum Artikel: Dietmar Meinert/pixelio.de


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#FreitagsFrage: Was tun, wenn bei Kälte der Gaskocher streikt?

Die ganze Nacht habt ihr schon im Zelt gebibbert. Endlich bricht der Morgen an. Ihr freut euch auf einen heißen Kaffee und krabbelt aus dem Zelt. Mit klammen Fingern befüllt ihr die Espresso-Kanne und stellt sie auf den Gaskocher. Ihr dreht das Gas auf, haltet das brennende Streichholz an die Düse – nichts. Der Gaskocher streikt! Grund: Es ist ihm zu kalt.

heißer Kaffee
Eine heiße Tasse Kaffee wärmt von innen und von außen.
© Petra Bork/pixelio.de

Warum Gaskocher frieren

Es gibt sicher einige Gründe, sich für Gaskocher mit handlichen Kartuschen zu entscheiden. Leider gibt es auch Nachteile. Ein ganz entscheidender ist: Gaskocher funktionieren bei Kälte schlecht bis gar nicht. Ab 5 Grad Celsius sind normale Gaskocher sogar fast gar nicht mehr zu gebrauchen. Warum?

Wenn der Gaskocher streikt, ist es oft zu kalt. © Paul Marx/pixelio.de

In den Kartuschen befindet sich Flüssiggas. Die Zusammensetzung ist je nach Hersteller und Produkt unterschiedlich. Meist handelt es sich um ein Gemisch aus Butan-, Isobutan- und Propangas. Damit das Flüssiggas für die Kochflamme verbrannt werden kann, muss es erst einmal in den gasförmigen Zustand überführt werden. Dieser Vorgang heißt Dekompression und benötigt Wärme, die der Umgebung entzogen wird.

Gasflamme
Das Flüssiggas muss dekomprimiert werden, um zu brennen.
© Rainer Sturm/pixelio.de

Das heißt: Ist es sehr kalt draußen, ist nicht genug Umgebungswärme vorhanden, um das Flüssiggas gasförmig werden zu lassen. Der Kocher kann gar nicht erst entzündet werden.

Vier Tipps, wenn der Gaskocher streikt

Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, wenn der Gaskocher streikt! Je nach Temperatur und Ausmaß des Problems könnt ihr Verschiedenes ausprobieren.

1. Kurzes Aufwärmen
Sind die Temperaturen herbstlich und der Gaskocher streikt nicht völlig, könnt ihr es erst einmal mit etwas Körperwärme probieren. Nehmt die Kartusche in beide Hände. Genügt das nicht, könnt ihr sie auch unter den Pulli oder ind die Jacke stecken. Passieren kann dabei eigentlich nichts, da die Düse fest auf der Kartusche sitzt.

2. Warmhalten
Sind die Temperaturen länger am Stück niedrig und macht der Kocher größere Zicken, reicht kurzes Aufwärmen oft nicht. Besser ist es da, den Kocher erst gar nicht richtig kalt werden zu lassen. Dazu könnt ihr den Gaskocher zum Beispiel nachts mit in den Schlafsack nehmen. Steckt ihr ihn ganz unten ans Fußende, dann stört er auch nicht. Auch hier gilt: Die Kartusche sitzt fest, da kann eigentlich nichts schiefgehen.

3. Wasserbad
Vertraut ihr der Schlafsack-Variante nicht oder ihr habt gerade keine Möglichkeit, sie anzuwenden, gibt es noch einen Trick: das Wasserbad. Wasser hat per definitionem immer eine Temperatur über 0 Grad Celsius. Es verhindert somit zumindest ein Vereisen der Kartusche und kann ein wenig Wärme abgeben. Gelingt es euch, etwas Wasser zu erwärmen, bevor der Gaskocher streikt – umso besser! Das heiße oder auch laue Wasser gibt Umgebungswärme ab, die der Kocher für die Dekompression benötigt.

4. Winterkartusche
Einige Hersteller haben auf das Kälteproblem der Gaskocher mit speziellen Kartuschen reagiert. Deren Gasgemisch soll besonders gut im Winter funktionieren. Das Wintergas von Primus zum Beispiel verspricht einwandfreie Performance bei bis zu minus 22 Grad Celsius! Ausprobiert habe ich das selbst noch nicht, denn ich sehe einen Nachteil: Der Preis dieser Kartuschen ist recht hoch und sie sind nicht so verbreitet wie das herkömmliche Gas.

Vielleicht lohnt es sich, auf Trangia umzusteigen?
© Matthias Pätzold/pixelio.de

Einmal in Gang gesetzt, könnt ihr den Kochvorgang natürlich noch durch Windschutz, passende Töpfe und das richtige Maß an Kochflüssigkeit optimieren. Aber das ist ein anderes Thema. Ist euch das alles zu umständlich, und ihr habt es satt, dass der Gaskocher streikt, dann könnt ihr auf einen anderen Kochertyp umsteigen. Vielleicht wäre das Modell Trangia etwas für euch? Oder habt ihr noch andere Empfehlungen?


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#FreitagsFrage: Wie stellt man Trekking-Stöcke richtig ein?

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Wer beim Wandern Stöcke benutzt, sollte sie unbedingt passend zur Körpergröße einstellen. Denn nur mit der richtigen Länge können Trekking-Stöcke ihre Vorteile voll ausspielen.

Formel zur Berechnung

Für die Berechnung der richtigen Stocklänge gibt es eine einfache Formel: Körpergröße (in cm) x 0,66. Bei einer Größe von 1,67 Metern ergäbe das also: 167 x 0,66 = 110,22. Gerundet bedeutet dass: Die Stöcke müssten 1,10 Meter lang sein. Die Tabelle unten gibt einen schnellen Überblick über die empfohlenen Stocklängen passend zur Größe.

151–158 cm = 100 cm
159–165 cm = 105 cm
166–173 cm = 110 cm
174–181 cm = 115 cm
182–189 cm = 120 cm
190–196 cm = 125 cm

Stöcke schonen die Gelenke.
© Dorothea Jacob/pixelio.de

Länge der Trekking-Stöcke prüfen

Hat man seine Trekking-Stöcke eingestellt, empfiehlt sich der Praxistest. Der geht ganz einfach: aufrecht hinstellen, Stöcke an den Griffen festhalten und senkrecht auf den Boden aufsetzen. Sind die Stöcke richtig eingestellt, bilden Unter- und Oberarme einen 90-Grad-Winkel.

Diese Stöcke haben die richtige Länge, der Arm bildet einen rechten Winkel. © Dietmar Meinert/pixelio.de

Anpassung ans Gelände nicht vergessen!

Die Grundeinstellung für die Trekking-Stöcke passt nun also. Ganz wichtig ist es aber, die Länge auch ans Gelände anzupassen. Als Faustregel gilt hier: Bergauf dürfen die Stöcke 5 bis 10 cm kürzer sein, bergab dafür 5 bis 10 cm länger. Das Ziel ist eine möglichst aufrechte Haltung in unterschiedlichem Gelände. Es lohnt sich, hier ein wenig auszuprobieren und mit den Stocklängen zu spielen!

Bergauf sollten die Stöcke ein wenig kürzer eingestellt werden. © Martin Büdenbender/pixelio.de

Anderer Sport – andere Länge

Die oben beschriebene Stocklänge gilt ausdrücklich nur fürs Trekking. Sie gilt nicht für andere Sportarten, bei denen ebenfalls Stöcke zum Einsatz kommen, etwa Langlauf oder Alpinski. Hier werden die Längen anders berechnet. Der Stockhersteller Leki hat auf seiner Internet-Seite ein Tool zur Berechnung der Stocklänge je nach Sportart: www.leki.com/de/die-richtige-stocklaenge/


Danke Andrea B. für diese Frage. Habt ihr auch eine Frage zu irgendeinem Outdoor-Thema? Dann immer her damit! Hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt eine Mail an info@outdoortraum.de!

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