#FreitagsFrage: Wie den Rucksack richtig packen?

Kennt ihr das? Beim Anprobieren fühlte sich der Rucksack noch ganz leicht an. Doch auf der Wanderung wird die Last immer schwerer und ich könnt die Pausen kaum abwarten. Dabei hattet ihr euch so auf die Tour gefreut! Klarer Fall: Eure Last ist zu schwer. Das lässt sich vermeiden. Lest hier, worauf ihr achten solltet, wenn ihr das nächste Mal euren Rucksack richtig packen wollt.

Den passenden Rucksack wählen

Euer Rucksack sollte für euer Vorhaben die richtige Größe haben. Es lohnt sich, sich im Fachhandel beraten zu lassen. Immerhin kann die Vielfalt aus Tages-, Trekking-, Kletter- und Wanderrucksäcken schon ziemlich verwirren.

Als Richtwert kann man sagen, dass ihr für eine Tageswanderung nicht mehr als 20 Liter Volumen im Rucksack benötigt. Für eine mehrtägige Wanderung dürfen es gern 30 Liter sein.

Kleiner Rucksack
Für Tageswanderungen braucht man nur einen kleinen Rucksack. © Outdoortraum

Der Rucksack sollte groß genug sein, alles aufzunehmen, was ihr benötigt. Zwar lassen sich an den zahlreichen Schlaufen und Laschen viele Dinge befestigen. Das ist aber ziemlich unpraktisch. Im Zweifelsfall wählt lieber eine Nummer größer und zieht den Rucksack dann an den Seitenlaschen stramm, sodass die Last schön stabil im Rucksack sitzt.

Warum man nichts außen am Rucksack befestigen sollte:
• Der Rucksack wird dadurch sperriger.
• Die Last lässt sich so nicht gut gleichmäßig verteilen.
• Eventuell klappern und rascheln die Dinge, was auf Dauer ganz schön nervt.
• Die Sachen sind nicht vor Sonne, Staub und Regen geschützt.
• Ihr könnt an einem Zweig oder Felsen hängen bleiben und aus dem Gleichgewicht geraten.

Wandern im Regen
Auch im Regen kann man wandern. Gut, wenn dann alles im Rucksack verstaut ist und nichts nass wird. © Outdoortraum

Den Rucksack richtig einstellen

Auch hier möchte ich euch die Beratung im Fachhandel empfehlen. Dort können euch die Experten nämlich an eurem Wunschmodell genau zeigen, wie man den Rucksack richtig einstellt. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Rückenlänge stimmt, die Träger im richtigen Winkel auf euren Schultern aufsitzen und der Hüftgurt genau dort sitzt, nämlich auf der Hüfte – und nicht etwa um den Bauch!

Den Rucksack richtig packen

Ihr sitzt nun also mit eurem Rucksack vor eurem Stapel an Krempel, den ihr mitnehmen möchtet. Bevor ihr anfangt, alles in den Rucksack zu stopfen, fragt euch bitte: Brauche ich all diese Dinge dringend genug, um sie stundenlang bergauf durch die Hitze zu schleppen? Klingt vielleicht banal, aber ich wette, ihr legt etwas beiseite.

Schmaler Pfad in den Alpen
Hier möchte man nicht das Gleichgewicht verlieren. © Outdoortraum

Das verbleibende Zeug sortiert ihr nach Gewicht. Es genügt eine grobe Ordnung nach leicht, mittel und schwer. Dann packt ihr: Leichtes nach unten, Mittelschweres nach oben und das Schwere in die Mitte. Um euch eine Vorstellung zu geben, hier eine kurze Liste:

Leichtes Packgut:
• Daunenjacke
• Schlafsack
• Mütze …

Mittelschweres Packgut:
• Pulli
• Jeans
• Sneaker …

Schweres Packgut:
• Zelt
• schwere Schuhe
• Bücher …

Schweres nah an den Rücken

Besonders wichtig ist es, dass ihr die schweren Dinge möglichst nah am Rücken tragt. Andernfalls könnte euch der Rucksack nach hinten ziehen und euch aus dem Gleichgewicht bringen. Nah am Rücken meint, dass ihr die schweren Lasten auf Höhe der Schulterblätter bis etwa zur Rückenmitte verteilt. So drückt nichts auf den Nacken und die Last verteilt sich gleichmäßig.

Kletterrucksack
Könnt ihr den Rucksack richtig packen, haltet ihr auch in wackligen Passagen die Balance. © Outdoortraum

Flüssigkeiten transportieren

Flüssigkeiten im Rucksack sind ein wenig schwieriger, da sie oft nicht so leicht auszubalancieren sind. Besonders in halb leeren Flaschen schwappt das Wasser hin und her. Ich empfehle euch deshalb eine Trinkblase für euren Getränkevorrat auf der Wanderung. Die Blase ist lang und flach. Die meisten Wanderrucksäcke haben sogar ein Rückenfach dafür vorgesehen. Hier steckt ihr sie einfach rein. Sie verrutscht nicht und ist ideal aufgehoben. Den Wasserschlauch könnt ihr entweder durch ein dafür vorgesehenes Loch stecken oder durch die Rucksacköffnung führen. Unschlagbar: Ihr müsst keine Trinkpausen einlegen und nie mehr nach dem Wasser kramen! Solltet ihr andere Flüssigkeiten (etwa Brennspiritus für den Kocher) transportieren, ist ihr bester Platz im Rucksack außen mittig.

Mit einer Trinkblase kann man den Rucksack richtig packen
Wollt ihr den Rucksack richtig packen, ist eine Trinkblase unschlagbar praktisch. © Outdoortraum

Kleinkram

Leicht ist man versucht, das Deckelfach mit Sachen vollzustopfen, die noch übrig sind. Versucht, das zu vermeiden! In der Deckelklappe sind leichte Dinge am besten aufgehoben, die ihr öfter braucht. Das könnten Taschentücher sein oder die Wanderkarte und vielleicht ein Müsliriegel gegen den rapiden Energieverlust.

Konntet ihr so den Rucksack richtig packen, genießt ihr eure Wanderung oder Kletterfahrt und habt Freude an der Tour. Für weitere Entlastung beim Wandern sorgen übrigens Trekking-Stöcke. Wie man Trekking-Stöcke richtig einstellt, lest ihr hier. Viel Spaß auf eurer nächsten Tour!


Habt ihr auch eine Frage zu irgendeinem Outdoor-Thema? Dann immer her damit! Hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt eine Mail an info@outdoortraum.de!

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