Im Test: Der Spirituskocher MINI TRANGIA von trangia

Ein Kocher gehört in jede Camping-Küche – so viel ist klar. An der Frage, welches Modell zu wählen ist, scheiden sich jedoch die Geister. Ich habe in meiner langjährigen Camping-Erfahrung so ziemlich alle Modelle durchprobiert: Ich bin schon mit großer Gasflasche und 2-Flammen-Herd verreist, habe einen Benzinkocher im Rucksack transportiert und diverse Gaskartuschensysteme hinter mir. Für mich steht fest: Das ist mir alles zu umständlich.
Nie findet man eine passende Gaskartusche, wenn man sie braucht. Außerdem ist die Montage je nach System manchmal extrem umständlich. Die Gasflaschenlösung kommt nur bei passendem Gefährt infrage. Der Benzinkocher funktioniert zwar erprobtermaßen auch bei Windstärke 7 noch, rußt und stinkt aber extrem und nach einmal Tankstellenbenzin war das Ding trotz Filter total verschmutzt und an Reinigung nicht mehr zu denken.

Der MINI TRANGIA

Eine Lösung muss also her. Getestet wird deshalb der Spirituskocher MINI TRANGIA vom Hersteller trangia. Anschaffungspreis: 34,95 Euro. Dazu noch eine Flasche Spiritus für 3,95 Euro. Die schwedische Firma ist am Markt sehr etabliert und vertreibt Modelle in unterschiedlichen Größen. Der MINI TRANGIA ist die kleinste Version des immer gleichen Prinzips: 1 kleiner Spiritusbrenner mit Schraubdeckel steht in einem Windschutz. Dazu gehören ein Topf, ein Deckel und ein Greifer. So auch bei diesem Modell.
Ineinander gestapelt ist das Kochset nur 65 mm hoch und 150 mm breit und somit sehr handlich. Mit 320 g ist der Kocher außerdem schön leicht. Aber bewährt sich das kleine Packmaß in der Praxis?

Der Greifer hat schon eine Delle in die Pfanne gebohrt. © www.text-welten.com
Der Greifer hat schon eine Delle in die Pfanne gebohrt.
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Als Erstes stelle ich fest, dass der anti-haft-beschichtete Deckel, der auch als Pfanne dient, schon nach erstem Auspacken und wieder Zusammenpacken eine Delle hat. Der Greifer passt kaum in den Topf und hat sich so in den Pfannenboden gebohrt. Nicht so schön, habe ich doch wirklich keine Gewalt angewendet, um das Set wieder zu verschließen. Auf der anderen Seite nimmt der Kocher in unserer Kochkiste wirklich gar keinen Platz weg und ist mit einem Griff zur Hand. Vor dem ersten Morgenkaffee definitiv ein Pluspunkt.

Fehlender Windschutz

Apropos Morgenkaffee: Der eher angedeutete Windschutz des Kochers hält mit etwas Fingerspitzengefühl genau meine Espressomaschine. Das war auf den anderen trangia-Kochern ohne Kochstern bisher nicht möglich. Weil es mir aber vor dem ersten Morgenkaffee manchmal an Fingerspitzengefühl mangelt, denke ich trotzdem über die Anschaffung eines Kochsterns nach.

Eher rudimentärer Windschutz © www.text-welten.com
Eher rudimentärer Windschutz
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Was den Windschutz betrifft, kann man sagen, dass der beim MINI TRANGIA eigentlich nicht mitgeliefert wurde. Er ist so klein, dass er vor gar nichts schützt. Bei Windstille spielt das keine Rolle, aber wann herrscht die schon … Ich habe den Kocher also kurzerhand in einen größeren Topf gestellt, das funktionierte wunderbar. Auf dieser Konstruktion habe ich Nudelwasser gekocht. Laut Herstellerangaben soll die Erhitzung von einem Liter Wasser 10 bis 15 Minuten dauern. Bei mir ging es etwas schneller (etwa 8 Minuten), aber ich hatte ja auch mein Patent Marke Eigenbau im Einsatz.

Den mitgelieferten Alutopf mit einem Fassungsvermögen von 800 ml habe ich noch nicht benutzt. Er ist einfach zu klein, um bei mir eine sinnvolle Verwendung zu finden.

Windschutz Marke Eigenbau © www.text-welten.com
Windschutz Marke Eigenbau
© www.text-welten.com

Fazit

Der Kocher ist zwar etwas teurer als zum Beispiel Gaskartuschensysteme. Da der Spiritus jedoch viel günstiger ist und man deutlicher weniger verbraucht, ist der Preisunterschied schnell ausgeglichen. Obwohl der MINI TRANGIA wegen seiner geringen Größe etwas wacklig daherkommt, überzeugt mich das Modell. Der Spiritus riecht nicht stark und ist gering im Verbrauch. Der Kocher kann kaum kaputtgehen und verspricht eine sehr lange Lebensdauer. Dazu ist er klein und handlich und extrem leicht zu reinigen. Der fehlende Windschutz lässt sich durch ein selbst gebautes Provisorium leicht ersetzen. In Anbetracht der Tatsache, dass ich mit meinem Topf-Windschutzersatz zum größeren trangia-Modell bis zu 60 Euro spare, mache ich mein Provisorium gern zur Dauerlösung. Die Kochleistung befriedigt mich. Insgesamt bin ich mit meinem Spirituskocher zufrieden und hoffe nun, ein Ende meiner Camping-Kocher-Odyssee gefunden zu haben.

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Eine Antwort auf „Im Test: Der Spirituskocher MINI TRANGIA von trangia“

  1. Dieser Test beweist mal wieder wie gut der Trianga-Spirituskocher ist. Wenn Ich nur wenig Platz habe und möglichst „leicht“ reisen möchte, lasse Ich meinen Gaskocher mittlerweile zuhause und greife auf den Mini-Trianga zurück. Bis jetzt hat mich das Teil noch nie im Stich gelassen, ob beim Camping in Norwegen oder einfach nur beim Angelausflug zum heimischen See, auf diesen Campingkocher ist einfach immer verlass. Außerdem ist Spiritus als Brennstoff überall erhältlich, während Ich mit meinem Gas-betriebenen Campingkocher mangels Nachschub bereits auf dem trockenen saß.

    Ich habe mir allerdings – wie in dem Artikel beschreiben – einen Windschutz gekauft, da das Flammenbild bei Wind schnell an seine Grenzen kommt. Die Idee mit dem Topf finde Ich jedoch auch echt gut! Darauf muss man erstmal kommen ;).

    Wer übrigens wissen möchte wie es sich mit anderen Spirituskochern verhält kann gerne mal auf meiner Seite vorbeischauen. Dort habe Ich viele weitere Erfahrungen zum Thema Campingkocher zusammengestellt.

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