#FreitagsFrage: Wie spare ich Geld für eine mehrmonatige Reise?

Zugegeben, die Frage ist etwas allgemein gehalten. Schließlich hat jeder Reisende andere finanzielle Voraussetzungen. Deshalb gibt es auf die Frage, wie man seine Geldangelegenheiten vor Reiseantritt ordnet, keine allgemeingültige Antwort. Aber: Ich habe ein paar Tipps für euch zum Thema Geld sparen für die Reise.

Geld für die Auszeit

Geld ermöglicht Träume.
Man muss nicht reich sein, um zu reisen. Aber ein wenig Geld ermöglicht Träume.
© Harald Wanetschka_pixelio.de

Soll die längere Reise eine echte Auszeit sein und ihr wollt in der Zwischenzeit nicht arbeiten, dann muss vor Reiseantritt genügend Geld da sein. Genügend Geld heißt, dass ihr die laufenden Kosten eures Haushalts daheim bestreiten könnt. Denn die hören ja nicht auf. Außerdem müsst ihr Geld für die Reisevorbereitungen investieren. Und ihr müsst unterwegs flüssig sein. Schließlich wäre ein kleiner Puffer nicht schlecht, der euch bei eurer Rückkehr erwartet. Dann sitzt ihr nach dem schönen Urlaub nicht auf dem Trockenen.

Überblick über die Kosten

Damit ihr euren Bedarf gut planen könnt, ist es wichtig, eure Ausgaben zu kennen. Bei eurem abenteuerlichen Vorhaben klingt das vielleicht etwas dröge. Es ermöglicht euch aber eine realistische Einschätzung, was ihr braucht. Dann könnt ihr ganz entspannt abfahren. Natürlich sind die Kosten unterschiedlich. Ein paar Posten habe ich für euch aber gesammelt. Ergänzen könnt ihr dann nach Bedarf.

Alles hinter sich lassen
Wer träumt nicht davon, einmal alles hinter sich zu lassen?
© Marvin Siefke_pixelio.de

Das fällt bei den Reisevorbereitungen an:
• Ausrüstung (je nach Vorhaben Sportgeräte, passende Kleidung, Campingartikel, Outdoor-Equipment etc.)
• Reiseliteratur (Karten, Führer, Schmöker, Wörterbücher etc.)
• Impfungen (je nach Reiseziel, werden nicht immer von der Krankenkasse übernommen)
• Reiseapotheke
• Reiseversicherungen (je nach Vorhaben und Dauer gibt es Angebote zu unterschiedlichen Preisen)
• Auslandskrankenversicherung
• Auslands-KFZ-Versicherung und Mitgliedschaft in einem Automobilklub mit Auslandsschutz (sofern man mit dem Auto reist)
• Notvorrat an Nahrung (je nach Reiseziel sehr empfehlenswert)
• Foto-, Handy- und Computertechnik samt Versicherung (je nachdem, wie erreichbar man sein möchte und wie viel Wert man auf technische Ausrüstung legt)

Das fällt unterwegs an:
• Reisekosten (Flüge, Benzin, Übernachtungen, Essen, Souvenirs, Reiseliteratur etc.)
• Puffer für Unvorhergesehenes (Autoreparatur, Extraflug, Ersatz von Gestohlenem, Arztkosten)

Das fällt zu Hause an (vorher, nachher und zwischendurch):
• Miete und Nebenkosten
• Versicherungen
• Steuern
• Kosten für die Altersvorsorge (Riester, Bausparvertrag, Fondssparplan etc.)
• Mitgliedsbeiträge (Fitnessstudio, Vereine, Berufsverbände, Gewerkschaften)
• Telefon und Internet

Wie wahr!
Wie wahr!
© lichtkunst.73_pixelio.de

Sparen für die Reise

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man schon vor der Abreise während der Arbeit Zeit und Geld ansparen kann. Auf diese Sabbatjahr- und Zeitansparmodelle will ich hier nicht weiter eingehen. Infos dazu gibt es hier: http://www.sabbatjahr.org/
Wer stattdessen oder darüber hinaus Geld für die Reise sparen möchte, für den habe ich drei Vorschläge, die einfach umzusetzen sind. Sie sind vielleicht nicht alle originell, geraten im Alltagseinerlei aber leicht in Vergessenheit.

Nummer 1: Das Reisekonto
Wenn die Auszeit schon länger geplant ist, kann man relativ leicht Geld ansparen. Ich habe mir dafür ein extra Reisekonto eingerichtet. Auf das zahle ich jeden Monat per Dauerauftrag eine bestimmte Summe ein. Da ich nicht sehr luxuriös verreise, nicht in Hotels übernachte und nur selten shoppen gehe, ist der Betrag bei mir nicht sehr hoch. Der Vorteil: Ich kann mir den Beitrag immer leisten, egal, was sonst für Kosten in einem Monat anfallen. Und ich habe immer Geld zum Reisen. Je mehr zeitlichen Vorlauf ihr habt, desto mehr Geld könnt ihr mit diesem Verfahren ansparen. Und das fast nebenbei und ohne dass ihr es im Alltag merkt.

Nummer 2: Das Ersatzsparen
Eine andere Möglichkeit ist das ganz klassische Sparen. Ihr schaut nach, wofür ihr jeden Monat euer Geld ausgebt. Und dann spart ihr bestimmte Posten ein. Das kann der morgendliche Coffee to go an der Tankstelle sein oder das Brötchen vom Bäcker. Vielleicht kündigt ihr auch die Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Stattdessen kocht ihr morgens euren Kaffee selbst, schmiert ein Pausenbrot und geht gratis im Park joggen. Das so gesparte Geld solltet ihr dann zur Seite legen. Ich rate zu einer ganz altmodischen Spardose. Wenn die mit der Zeit immer schwerer wird, kann das richtig anspornen.

Joggen im Park ist gratis
Joggen im Park hält fit und kostet nichts.
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Nummer 3: Das Schmerzsparen
Dann gibt es natürlich noch den Weg des Sparens, der etwas mehr wehtut, weil ihr keinen Ersatz schafft. Ihr könnt eure Zeitschriftenabonnements kündigen, auf neue Outfits verzichten, die CD im Laden stehen lassen usw. Und zum Geburtstag oder zu Weihnachten könnt ihr euch Geld oder aber Nützliches für die Reise wünschen. Ich bin sicher, dass sich all der Verzicht auf Konsum lohnt, wenn ihr am Ziel eurer Auszeitträume angekommen seid!

Spardosen helfen!
Eine Spardose spornt an, kleine Beträge im Alltag zurückzulegen.
© Thorben Wengert_pixelio.de

Die laufenden Kosten reduzieren

In der Liste oben habt ihr gesehen, dass manche Ausgaben anfallen, obwohl ihr weg seid. Auch die könnt ihr reduzieren. So könntet Mitgliedschaften in Vereinen ruhen lassen. Eure Wohnung oder euer Haus könnt ihr untervermieten. Mit einer Kaution könnt ihr euch in diesem Fall zusätzlich gegen Schäden durch den Zwischenmieter absichern. Vorteil: Ihr spart die Miete und gleichzeitig kümmert sich jemand um eure Blumen und eure Post. Praktisch! Je nachdem, wie lange ihr weg seid und wie knapp ihr kalkulieren müsst, könnt ihr auch eure Sparraten für die Altersvorsorge ruhen lassen. Das ist natürlich nicht immer empfehlenswert. Auf der anderen Seite machen ein paar wenige Monate nicht sehr viel aus. Letztlich ist das eine Entscheidung nach Sicherheitsbedürfnis und Abenteuerlust.

Plädoyer fürs Reisekonto

Übrigens möchte ich ganz zum Schluss noch eine Lanze für das Reisekonto brechen. Es ist nicht nur praktisch, weil ihr euer Reisegeld nicht mit anderen Ausgaben vermischt. Ihr müsst also während der Reise nicht ständig eure Kosten im Blick haben. Vor allem seid ihr besser gegen Diebstahl geschützt. Wird eure Debitkarte (Kreditkarte mit begrenztem Kreditrahmen) gestohlen und jemand räumt euer Reisekonto leer, dann ist das zwar sehr ärgerlich. Es bricht euch finanziell aber nicht das Genick. Alle anderen Finanzen bleiben nämlich unangetastet und erwarten euch zu Hause. Lasst ihr euren Dauerauftrag weiterlaufen, habt ihr außerdem auch während der Reise eine kleine Finanzspritze. Das ist manchmal hilfreich!
Wie macht ihr das mit dem Sparen für die Reise? Habt ihr eine Kasse extra für eine Reise? Oder passt ihr eure Reisepläne dem Kontostand an? Vielleicht macht ihr es auch ganz anders?


Habt ihr auch eine Frage zu irgendeinem Outdoor-Thema? Dann immer her damit! Hinterlasst hier einen Kommentar oder schreibt eine Mail an info@outdoortraum.de!

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