#FreitagsFrage: Was tun, wenn bei Kälte der Gaskocher streikt?

Die ganze Nacht habt ihr schon im Zelt gebibbert. Endlich bricht der Morgen an. Ihr freut euch auf einen heißen Kaffee und krabbelt aus dem Zelt. Mit klammen Fingern befüllt ihr die Espresso-Kanne und stellt sie auf den Gaskocher. Ihr dreht das Gas auf, haltet das brennende Streichholz an die Düse – nichts. Der Gaskocher streikt! Grund: Es ist ihm zu kalt.

heißer Kaffee
Eine heiße Tasse Kaffee wärmt von innen und von außen.
© Petra Bork/pixelio.de

Warum Gaskocher frieren

Es gibt sicher einige Gründe, sich für Gaskocher mit handlichen Kartuschen zu entscheiden. Leider gibt es auch Nachteile. Ein ganz entscheidender ist: Gaskocher funktionieren bei Kälte schlecht bis gar nicht. Ab 5 Grad Celsius sind normale Gaskocher sogar fast gar nicht mehr zu gebrauchen. Warum?

Wenn der Gaskocher streikt, ist es oft zu kalt. © Paul Marx/pixelio.de

In den Kartuschen befindet sich Flüssiggas. Die Zusammensetzung ist je nach Hersteller und Produkt unterschiedlich. Meist handelt es sich um ein Gemisch aus Butan-, Isobutan- und Propangas. Damit das Flüssiggas für die Kochflamme verbrannt werden kann, muss es erst einmal in den gasförmigen Zustand überführt werden. Dieser Vorgang heißt Dekompression und benötigt Wärme, die der Umgebung entzogen wird.

Gasflamme
Das Flüssiggas muss dekomprimiert werden, um zu brennen.
© Rainer Sturm/pixelio.de

Das heißt: Ist es sehr kalt draußen, ist nicht genug Umgebungswärme vorhanden, um das Flüssiggas gasförmig werden zu lassen. Der Kocher kann gar nicht erst entzündet werden.

Vier Tipps, wenn der Gaskocher streikt

Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen, wenn der Gaskocher streikt! Je nach Temperatur und Ausmaß des Problems könnt ihr Verschiedenes ausprobieren.

1. Kurzes Aufwärmen
Sind die Temperaturen herbstlich und der Gaskocher streikt nicht völlig, könnt ihr es erst einmal mit etwas Körperwärme probieren. Nehmt die Kartusche in beide Hände. Genügt das nicht, könnt ihr sie auch unter den Pulli oder ind die Jacke stecken. Passieren kann dabei eigentlich nichts, da die Düse fest auf der Kartusche sitzt.

2. Warmhalten
Sind die Temperaturen länger am Stück niedrig und macht der Kocher größere Zicken, reicht kurzes Aufwärmen oft nicht. Besser ist es da, den Kocher erst gar nicht richtig kalt werden zu lassen. Dazu könnt ihr den Gaskocher zum Beispiel nachts mit in den Schlafsack nehmen. Steckt ihr ihn ganz unten ans Fußende, dann stört er auch nicht. Auch hier gilt: Die Kartusche sitzt fest, da kann eigentlich nichts schiefgehen.

3. Wasserbad
Vertraut ihr der Schlafsack-Variante nicht oder ihr habt gerade keine Möglichkeit, sie anzuwenden, gibt es noch einen Trick: das Wasserbad. Wasser hat per definitionem immer eine Temperatur über 0 Grad Celsius. Es verhindert somit zumindest ein Vereisen der Kartusche und kann ein wenig Wärme abgeben. Gelingt es euch, etwas Wasser zu erwärmen, bevor der Gaskocher streikt – umso besser! Das heiße oder auch laue Wasser gibt Umgebungswärme ab, die der Kocher für die Dekompression benötigt.

4. Winterkartusche
Einige Hersteller haben auf das Kälteproblem der Gaskocher mit speziellen Kartuschen reagiert. Deren Gasgemisch soll besonders gut im Winter funktionieren. Das Wintergas von Primus zum Beispiel verspricht einwandfreie Performance bei bis zu minus 22 Grad Celsius! Ausprobiert habe ich das selbst noch nicht, denn ich sehe einen Nachteil: Der Preis dieser Kartuschen ist recht hoch und sie sind nicht so verbreitet wie das herkömmliche Gas.

Vielleicht lohnt es sich, auf Trangia umzusteigen?
© Matthias Pätzold/pixelio.de

Einmal in Gang gesetzt, könnt ihr den Kochvorgang natürlich noch durch Windschutz, passende Töpfe und das richtige Maß an Kochflüssigkeit optimieren. Aber das ist ein anderes Thema. Ist euch das alles zu umständlich, und ihr habt es satt, dass der Gaskocher streikt, dann könnt ihr auf einen anderen Kochertyp umsteigen. Vielleicht wäre das Modell Trangia etwas für euch? Oder habt ihr noch andere Empfehlungen?


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